glossar:a:ausbreitung
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende Überarbeitung | |||
| glossar:a:ausbreitung [2026/03/16 20:32] – [Kurzer Sprung] dj1ng | glossar:a:ausbreitung [2026/03/16 20:43] (aktuell) – ↷ Links angepasst, weil Seiten im Wiki verschoben wurden dj1ng | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| + | ====== Ausbreitung von Funkwellen, die ====== | ||
| + | ---- | ||
| + | [[glossar: | ||
| + | ---- | ||
| + | Elektromagnetische Wellen breiten sich grundsätzlich mit Lichtgeschwindigkeit aus, wie wir schon als Berechnungsgrundlage bei den [[glossar: | ||
| + | |||
| + | Die Ausbreitung der Funkwellen bis 30 MHz erfolgt grundsätzlich anders, als die Ausbreitung von Funkwellen im Bereich darüber. Die Frequenz 30 MHz ist hier nur ein Richtwert und darf hier nicht als scharfe Grenze gesehen werden. | ||
| + | |||
| + | Weiterhin breiten sich Funkwellen in der Regel immer Kreisförmig um einen Sender herum in alle Richtungen aus, wenn man keine [[glossar: | ||
| + | |||
| + | ===== Lang-/ | ||
| + | ==== Bodenwellen ==== | ||
| + | {{ : | ||
| + | |||
| + | Bodenwellen reichen über den sichtbaren Horizont hinaus und können (theoretisch) zwischen 20 (bei 28 MHz) und 150 km (bei 3,5 MHz) überbrücken. Außerdem sind Bodenwellen unabhängig von Tages- und Jahreszeiten und ermöglichen so zu jedem Zeitpunkt eine qualitativ sehr gute Verbindung zum Funkpartner auf kurzen Distanzen. | ||
| + | |||
| + | Übrigens: Im Bereich der Längstwellen (unterhalb 1 MHz) sind die Bodenwellen schon extrem weitreichend und können sogar unterhalb der Wasseroberfläche der Weltmeere empfangen werden. Man nutzt dies im militärischen Bereich für die Kommunikation mit getauchten U-Booten. | ||
| + | |||
| + | ==== Raumwellen ==== | ||
| + | {{ : | ||
| + | Diese sind für den Funkbetrieb auf Kurzwelle wesentlich interessanter. Man versteht darunter diejenigen Wellen, welche von einer Sendeantenne schräg in den Himmel abgestrahlt werden. | ||
| + | |||
| + | Wie wir alle in der Schule gelernt haben, wird die Erde von der Atmosphäre umgeben. Diese besteht aus mehreren Luftschichten unterschiedlichte Dichte, und wird auch Ionosphäre genannt. | ||
| + | |||
| + | Wichtig für Funkwellen sind die D-Schicht (60-100 km Höhe), die E-Schicht (100-150 km Höhe) und die F-Schichten (zwischen 170 und 400 km Höhe). Vor allem letztgenannte sorgen dafür, das von unten schräg einfallende kurze Funkwellen reflektiert und zur Erde zurückgestrahlt werden. | ||
| + | |||
| + | Dieser Effekt ist vergleichbar mit einem Spiegel, welcher das Licht einer Taschenlampe auf eine gegenüberliegende Wand zurückwirft. Man denke in diesem Zusammenhang vielleicht auch daran, wie beim Billard-Spiel die Kugeln über die Bande abprallen bei einem Stoß mit dem Queue. | ||
| + | |||
| + | ==== Zusätzliche Sprünge ==== | ||
| + | {{ : | ||
| + | Funkwellen zwischen 10 und 30 MHz werden nun von diesen Schichten (speziell den F-Schichten) reflektiert und wieder zur Erde zurück " | ||
| + | |||
| + | Kommen ausreichend viele Sprünge zusammen (bei günstigen atmosphärischen Bedingungen sowie hohe Sendeleistung), | ||
| + | |||
| + | ==== Mehrwegempfang ==== | ||
| + | Von einem Mehrwegempfang spricht man, wenn das Funksignal (z.B. durch Reflektionen) mehrfach von einem Empfänger aufgenommen und damit quasi doppelt oder dreifach gehört wird. Dies kann auf Kurzwelle genauso geschehen, wie auf UKW, wo Reflektionen jedoch häufiger vorkommen. | ||
| + | |||
| + | Bei einem Mehrwegempfang wird das Funksignal quasi " | ||
| + | ==== Aufladung der Atmosphäre ==== | ||
| + | Die Fähigkeit der Luftschichten zur Reflexion von Funkwellen entstehen durch eine ständige Aufladung mittels Sonneneinstrahlung. Man nennt diesen Effekt Ionisation (daher auch Ionosphäre. Da sich die Erde selbst um ihre eigene Achse dreht und zudem noch in einer großen Ellipse um die Sonne fliegt entstehen die uns sehr bekannten Tages- und Jahreszeiten. Hierdurch werden die Luftschichten mal mehr und mal weniger stark durch die Strahlen der Sonnen aufgeladen. Die Stärke der Sonnenstrahlen selbst fällt und steigt zudem noch einem 11 Jahre dauernden Rhythmus, welcher am besten anhand der Zahl beobachtbarer Sonnenflecken beobachtet werden kann. | ||
| + | |||
| + | ==== Das Funkwetter ==== | ||
| + | {{: | ||
| + | |||
| + | Aufgrund von Sonnenbeobachtungen können so unter anderem die Grenzfrequenzen LUF (Lowest Usable Frequency) und MUF (Maximum Usable Frequency) bestimmt werden. Zwischen LUF und MUF befindet sich der Frequenzbereich, | ||
| + | |||
| + | ==== Bereiche ohne Empfang ==== | ||
| + | {{ : | ||
| + | Charakteristisch für Funkgespräche über Raumwellen ist das Auftreten einer oder mehrere Toter Zonen. Darunter versteht man den Bereich, in welchem Bodenwellen nicht mehr - und Raumwellen noch nicht empfangbar sind. Weitere Tote Zonen entstehen zwischen den Auftreffpunkten der Raumwellen. In einer solchen Toten Zone kann das Signal der sendenden Funkstation nicht empfangen werden, selbst wenn diese (wie im 10-Meterband oft zu beobachten) nur wenige Kilometer vom Empfänger entfernt ist. | ||
| + | |||
| + | ==== Wie man tote Zonen überbrückt ==== | ||
| + | {{ : | ||
| + | |||
| + | Auf gut Deutsch bedeutet das: Mittels spezieller Antennen werden die Funkwellen nicht flach über den Horizont gesendet, sondern steil nach oben in die Ionosphäre geleitet, von wo diese wiederum steil nach unten reflektiert werden. Man kann es leicht erraten und anhand der Grafik erkennen: Wenn die Funkwellen steil nach unten kommen, lösen sich Tote Zonen mehr oder weniger in Wohlgefallen auf und schrumpfen auf wenige Kilometer zusammen. Hier sind dann auch tagsüber Distanzen bis zu 600 Kilometer auf Frequenzen über 15 MHz erreichbar. | ||
| + | |||
| + | ==== Kurzer Sprung ==== | ||
| + | Ein besonderer Effekt der Raumwellenausbreitung betrifft den Frequenzbereich zwischen 25 und 60 MHz (oft auch auf noch höheren Frequenzen), | ||
| + | |||
| + | ===== Ausbreitung ultrakurzer Funkwellen (UKW) ===== | ||
| + | {{ : | ||
| + | |||
| + | Bodenwellen breiten sich, wie schon gehört, quasi-optisch aus, das bedeutet eine gradlinige Ausbreitung der Wellen bis zum Horizont und darüber hinaus. Alle Stationen die vom Sender aus gesehen hinter dem Horizont liegen, dürften daher theoretisch dessen Signale nicht mehr empfangen können. | ||
| + | |||
| + | ==== Auch hier ist Weitverkehrsfunk möglich ==== | ||
| + | {{ : | ||
| + | |||
| + | ==== Normales Wetter - nur " | ||
| + | {{ : | ||
| + | |||
| + | Die Stärke der Inversion hängt vom Temperaturunterschied der angrenzenden Schichten ab. Wenn zum Beispiel die Luft unterhalb einer Wolkenbank 10°C warm ist und die Luft oberhalb dieser Bank 15°C durch die direkte Sonnenwärme auf 15°C aufgeheizt wurde, sind dies ideale Bedingungen für den Weitverkehrsfunk auf UKW. | ||
| + | |||
| + | BOS-Funker mit umfangreicher Betriebserfahrung im 4-Meter-Funkband können hiervon "ein Lied singen", | ||
| + | |||
| + | ==== Eine Transportröhre für die Funkwellen ==== | ||
| + | {{ : | ||
| + | Für den Fall das sich eine kalte Luftschicht zwischen zwei sehr warmen und feuchten Luftschichten befindet, spricht man von einem Kanal bzw. einem Duct. Die Funkwellen verbleiben sehr lange innerhalb dieses Kanals, weil sie immer wieder zwischen den umgebenden Luftschichten hin und her gebrochen (reflektiert) werden. Im 2-Meterband der Funkamateure können durch solch einen Duct maximal Reichweiten bis 1.500 km überwunden werden. | ||
| + | |||
| + | ==== Turbulenzen - des Funkers Freud', | ||
| + | Turbulenzen der Luft sind für Flugzeuge und deren Passagiere äußerst unangenehm. Für Funkamateure jedoch bieten sie eine dritte Möglichkeit, | ||
| + | |||
| + | Weitere Störungen der Luftschichten, | ||
| + | |||
| + | Finden die vorgenannten Erscheinungen in großer Höhe, das heißt in der Troposphäre (5 bis 10 km Höhe) statt, spricht man von Tropo-Scatter. Die zuvor bereits angesprochenen sporadisch auftretenden E-Schichten gehen meist einher mit Tropo-Scatter. | ||
| + | |||
| + | ==== Aufsehenerregendes am Nachthimmel ==== | ||
| + | {{: | ||
| + | |||
| + | Funkamateure benutzen die Meteorschweife besonders in Zeiten umfangreicher Meteoriten-Schauer, | ||
| + | |||
| + | Die kurze Lebensdauer der durch einen Meteor erzeugten Spuren bedingen für Funkamateure eine besondere Betriebstechnik: | ||
| + | |||
| + | ==== Nordlicht - auch etwas weiter südlich möglich ==== | ||
| + | {{ : | ||
| + | |||
| + | Aber auch wenn diese Erscheinung in Deutschland nicht zu sehen ist, kann Aurora auch hinter dem sichtbaren Horizont genutzt werden. | ||
| + | |||
| + | ==== Mondsüchtig ==== | ||
| + | {{ : | ||
| + | |||
| + | ==== Künstliche Reflektoren am Himmel ==== | ||
| + | {{: | ||
| + | |||
| + | Seit wenigen Jahren besonders beliebt ist derzeit ein Fernseh-Satellit namens Es' | ||
| + | |||
| + | ==== Probleme durch Reflexion ==== | ||
| + | Unter Fading bzw Schwund versteht man das Abschwächen oder Verzerren einer Funkwelle. Schwund entsteht unter anderem durch die durchquerten Luftschichten oder der Reflexion an einem Hindernis wie Berge, Häuser oder auch Bäumen. Durch Fading " | ||
| + | |||
| + | Reflexionen von UKW Funkwellen kommen verstärkt beim Betrieb eines Funkgerätes während einer Autofahrt vor. Das empfangene Signal schwankt hierbei unter Umständen sehr stark und führt mehr oder weniger Rauschen mit sich. | ||
| + | |||
| + | Unter bestimmten Bedingungen kann es sogar passieren, dass reflektierte Signale auf zwei oder mehr Wegen beim Empfänger mit einem minimalem Zeitunterschied eintreffen. In diesem Fall spricht man von Interferenzen, | ||